www.evolutionsbiologen.de
Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie
im Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)
Aktuelles
16. Mai 2013
Alfred Russel Wallace 2013
Vortragsreihe an der Universität Kassel
Im Sommersemster 2013 finden an vier Donnerstagen Veranstaltungen
zum Gedenken an den vor 100 Jahren verstorbenen Alfred Russel Wallace
statt.
Beginn der Veranstaltungen ist um 19 Uhr im Hörsaal 282 (Heinrich-Plett-Straße 40, 34132 Kassel).
Termine:
16.05.2013: Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel
Alfred Russel Wallace (1823-1913): Der Mann im Schatten von Charles Darwin
13.06.2013: Priv.-Doz. Dr. Matthias Glaubrecht, Humboldt-Universität Berlin
Am Ende des Archipels: Alfred Russel Wallace und die Entdeckung der natürlichen Selektion
27.06.2013: Prof. Dr. Alexander Kupfer, Universität Potsdam
Alfred Russel Wallace: Der Begründer der Zoogeographie
11.07.2013: Prof. Dr. Tom Kleffmann, Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel
Diskussions-Veranstaltung: Wozu braucht der Mensch Religion?
(Link zum Veranstaltungsplakat).
08. Mai 2012
Evolutionsbiologen.de bei Facebook
Der AK Evolutionsbiologie ist nun auch bei Facebook zu finden
(Link).
07. Feb. 2012
Neue Video-Serie: Evolution ist überall auf dem YouTube-Kanal "evolutionsbiologenDE"
Die im Juli 2010 mit dem 10-Minuten-Kurzfilm "Was ist Evolution?"
eröffnete Video-Serie Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte
besteht derzeit aus 8 Folgen und wird demnächst mit dem Video
Nr. 9 "Was ist Symbiogenese?" fortgeführt.
Diese vom Evolutionsbiologen-Team Prof. Ulrich Kutschera
(Universität Kassel/Stanford, USA), Dipl. Biol. Lena Dörges und
Dr. Stefan Schauer (beide Universität Kassel) angefertigten
Lehr-Videos sind von Anfang bis Ende durchkonzipiert.
Obwohl Lehrbuch-Texte bzw. -Grafiken umgesetzt werden, sind diese
Produktionen sehr zeitaufwändig.
Mit der im Februar 2012 eröffneten zweiten Video-Serie
Evolution ist überall wird eine neue Serie begonnen,
in der kürzere Präsentationen zu verschiedenen Aspekten der
Stammesentwicklung der Organismen dargestellt werden.
Zur Eröffnung dieser neuen Video-Reihe wurde am 7. Februar 2012 das
Musik-Video "Stanford Impressions" (Prof. Ulrich Kutschera) auf YouTube
veröffentlicht, in dem u. a. die auf dem Campus der kalifornischen
Elite-Universität heimischen Baumsalamander (Aneides lugubris)
vorgestellt werden. Diese Amphibien benötigen verrottende Baumstämme,
wie z. B. Kalifornische Eichen (Quercus agrifolia), um sich fortzupflanzen.
Das gleichzeitig veröffentlichte Video 2 mit dem Titel
"Vom Zufall und der Notwendigkeit in der Evolution" ist eine
kommentierte Kurzversion eines Vortrages des Konstanzer
Evolutionsbiologen Prof. Axel Meyer.
Wir haben die wesentlichen Inhalte dieser langen Präsentation
zu einer ansprechenden Kompakt-Fassung zusammengetragen, die von
allgemeinem Interesse sein sollte.
Diese informelle Serie von Videos (Playlist 2) wird neben der
zeitintensiven Reihe Tatsache Evolution (Playlist 1) in
unregelmäßigen Abständen mit weiteren Titeln fortgeführt.
Die renommierten Biologen Prof. Uwe Hoßfeld und Prof. Lennart Olsson
(Universität Jena) haben Video-Beiträge zu ihren Fachgebieten zugesagt.
23. Dez. 2011
Neues Video "Video 8 - Was sind Evolutionstheorien?"
Theologen, Soziologen, Historiker u. a. Geisteswissenschaftler,
die keine praktischen Erfahrungen als forschende Biologen haben,
verwenden noch heute das Wortpaar "Die Evolutionstheorie".
Im 19. Jahrhundert wurde in der Tat angenommen, eine Evolution der
Lebewesen sei theoretisch möglich, aber nicht tatsächlich zu belegen.
Heute wissen wir, dass die Evolution ein realer Vorgang ist,
der stattgefunden hat, andauert und somit erforscht werden kann.
In diesem Lehr-Video Nr. 8 "Was sind Evolutionstheorien?" hat das
Evolutionsbiologen-Team Prof. Ulrich Kutschera
(Universität Kassel/Stanford, USA), Dipl.-Biol. Lena Dörges und
Dr. Stefan Schauer (beide Universität Kassel) zunächst dargelegt,
was naturwissenschaftliche Theorien sind.
Danach werden die folgenden Konzepte erklärt:
1. die Theorie von J. Lamarck 1809 ("Lamarckismus"),
2. die Theorien von C. Darwin und A. R. Wallace 1858/59 ("Darwinismus"),
3. die Theorie von A. Weismann 1914 ("Neodarwinismus"),
4. die Synthetische Theorie von T. Dobzhansky, E. Mayr u. a. Biologen 1950 ("Modern Synthesis") und
5. die Erweiterte Synthetische Theorie des 21. Jahrhunderts ("Expanded Synthesis"),
die auch als "Wissenschaftsdisziplin Evolutionsbiologie" bezeichnet werden kann.
Die Evolutionsbiologie ist eine Realwissenschaft mit praktischen
Anwendungen, z. B. in der Medizin oder der Tier- und Pflanzenzucht.
Es gibt zahlreichen Theorien, die Teilaspekte der Evolution ausgewählter
Organismen erklären. So kann z. B. über die Theorie der gerichteten
natürlichen Selektion die Anpassung der Organismen an ihren Lebensraum
erklärt werden, während die Theorie der primären Endosymbiose den
Ursprung kernhaltiger Zellen, sogenannter Eucyten, verdeutlicht.
Obwohl heute viele Teilaspekte der Evolution einer kausalen Erklärung
zugänglich sind, gibt es im "Theoriensystem Evolutionsbiologie"
noch viele offene Fragen.
Das ist aber ein Kennzeichen einer lebendigen, sich selbst korrigierenden Naturwissenschaft.
Antworten werfen neue Fragen auf, und die Forscher gewinnen immer
tiefere Einblicke in die den Verlauf und die Antriebskräfte der
Makro-Evolution der Organismen unserer dynamischen Erde.
Video 8 - Was sind Evolutionstheorien?
25. Aug. 2011
Neues Video "Was ist Sex und Rekombination?"
August Weismann (1834 — 1914) erkannte in der zweigeschlechtlichen
Fortpflanzung, auch sexuelle Reproduktion genannt, die Hauptursache der
biologischen Variabilität. Diese "Neodarwin'schen Theorie" aus dem Jahr
1900 konnte bestätigt und erweitert werden.
Evolutionsforscher diskutieren aber noch 2011 die Frage, warum bei 99 %
aller Tier- und Pflanzenarten die aufwändige sexuelle Fortpflanzung
durchlaufen wird, obwohl hierbei nur die Weibchen über befruchtete
Eizellen Nachkommen gebären, während die Männchen kinderlos sterben.
Die Männer erzeugen aber über ihre Keimzellen (Spermien) variable
Nachkommen und sind, zumindest bei Säugetieren, die eigentlichen
Variationen-Generatoren der Evolution.
Bei negativen Umwelteinflüssen oder Parasiten-Befall ist die
biologische Variabilität überlebensnotwendig, da während dieser Krisen
nur wenige Individuen überdauern, sich fortpflanzen und die Population
in der Generationen-Abfolge erhalten.
Im Video wird auch die sexuelle Selektion ("Damenwahl im Tierreich")
behandelt und die folgende aktuelle Schlussfolgerung gezogen:
Weibchen gebären und erhalten somit die Art, Männchen schaffen Vielfalt.
Die Weiterentwicklung des "Neodarwinismus" wird in unserem Video Nr. 8
"Was sind Evolutionstheorien?" (ca. November 2011) beschrieben,
wobei wir dort u. a. auch auf die Epigenetik eingehen.
Video 7 - Was ist Sex und Rekombination?
21. Jul. 2011
Neues Video "Was ist Darwinismus?"
Das Wort "Darwinismus" ist ein Lieblingsbegriff der
Kreationisten, Intelligent Design-Anhänger und vieler Theologen,
d. h. Personen, die noch heute an biblische Wundergeschichten von
übernatürlichen Erschaffungen der Tier- und Pflanzenarten glauben.
Die Vertreter dieser christlichen Dogmatik nehmen fälschlicherweise an,
Evolutionsbiologie sei eine von Charles Darwin (1809 – 1882) ausgedachte
Ein-Mann-Ideologie aus dem 19. Jahrhundert, die sich,
ähnlich wie biblische Lehrsätze, nicht weiterentwickelt hätte.
In diesem Video wird gezeigt, dass dies unzutreffend ist.
Darwins fünf Theorien zum Artenwandel werden, nach dem Originaltext des
Hauptwerks 'On the Origin of Species' (1859), im Detail vorgestellt –
sie konnten im Prinzip bestätigt werden, d.h. Charles Darwin hat in
seinem "Artenbuch" die Grundlagen für die Evolutionsbiologie gelegt.
Sein größter Verdienst bestand jedoch darin, die Biologie aus dem
"Würgegriff der christlichen Religionen" befreit zu haben.
Darwin hat eine Trennung zwischen nicht überprüfbaren Glaubensinhalten
und wissenschaftlichen Erkenntnisse vorgenommen und klar erkannt,
dass religiöse Dogmen in der atheistischen Evolutionsforschung nichts
verloren haben.
Da das Wissen zur Vererbung und Zellbiologie im
"Dampfmaschinen-Zeitalter" noch sehr lückenhaft war,
hat sich Darwin in vielen Details geirrt.
In unserem Lehr-Video Nr. 7 "Was ist Sex und Rekombination?"
(August 2011) werden die Weiterentwicklungen der Darwin'schen
Grundideen dargelegt.
Video 6 - Was ist Darwinismus?
28. Jan. 2011
Ursprungstheorien im Kreuzverhör
Mit dem Wort Ursprungsfrage assoziiert man in der Regel
christlich-religiöse Glaubensinhalte. So bezeichnen z.B. die deutschen
Kreationisten die "Ursprungsforschung" als "Königsdisziplin der Biologie".
Als Alternative zur atheistischen "Makroevolutionslehre" bieten sie
ihren von der biblischen Offenbarung motivierten Schöpfungsglauben an -
die Ursprungsfrage wird somit auf biblische Wunder zurück geführt und im
Sinne des Intelligent Design-Kreationismus interpretiert.
Diese inhaltsleere Schein-Erklärung eignet sich für kirchliche
Sonntagsreden - sie hat jedoch in der Evolutionsbiologie nichts verloren.
Nachdem das Team Prof. Dr. Ulrich Kutschera
(Universität Kassel/Stanford, USA), Dipl. Biol. Lena Dörges und
Dr. Stefan Schauer (beide Universität Kassel) mit dem im Dezember 2010
veröffentlichten vierten Lehr-Video "Was ist Lebensentstehung?"
die Grundlagen für ein naturalistisches Verständnis dieses
Schlüsselprozesses auf der jungen Erde gelegt haben, folgt nun
das bereits angekündigte Video Nr. 5 mit dem Titel:
"Was sind Ursprungstheorien?". Dabei wird ausführlich auf die drei
wichtigsten erklärenden Theorien zur chemischen Evolution eingegangen,
um dann die Viren (Aggregate aus einer Nucleinsäure, umschlossen von
einer Proteinhülle) vorzustellen.
Diese "Zwischenstufen zum zellulären Leben" können im Reagenzglas
zerlegt werden (Chaos) und lagern sich dann wieder spontan zu ihrer
geordneten Struktur zusammen. Nach diesem Prinzip der
Selbst-Zusammenlagerung von Biomolekülen in wässrigen Lösungen sind vor
etwa 4.000 Millionen Jahren in den warmen Ozeanen der Ur-Erde auch die
ersten bakterienartigen Vorläufer-Zellen ("das Leben") entstanden,
wobei möglicherweise Lipid-Vesikel aus Meteoriten-Gestein als
Hüllmembranen gedient haben.
Die Gesetze der Physik und Chemie reichen somit aus,
um im Prinzip den Ursprung der ersten Vorläufer-Zellen zu verstehen,
obwohl noch viele Detailfragen zur chemischen Evolution ungelöst und
daher Gegenstand der Forschung sind.
Video 5 - Was sind Ursprungstheorien?
23. Dez. 2010
Neues Lehr-Video zur Lebensentstehung auf YouTube
Die Frage nach dem Ursprung des Lebens wird seit über 200 Jahren
von Theologen und Biologen kontrovers diskutiert.
Populäre Antworten, die auf biblischen Schöpfungsmythen
basieren, sind keine Erklärungen, sondern Verweise auf unbelegbare
christlich-religiöse Glaubensinhalte ohne faktische Basis.
Nur die Naturwissenschaften, insbesondere die Astrophysik, Geologie
und Biologie liefern gesicherte Befunde, auf deren Grundlage das Problem
der Lebensentstehung naturalistisch analysiert werden kann.
In diesem Video wird die Problematik der Lebensentstehung diskutiert
und als das Aufkommen der ersten Ur-Mikroben definiert.
Die Merkmale urtümlicher Zellen werden dargelegt und die
ältesten, ca. 3.500 Millionen Jahre alten versteinerten Bakterien
vorgestellt. Das Video endet mit einer Darstellung der Umweltbedingungen
auf der jungen Erde, wo vor ca. 4.000 Millionen Jahren in den warmen
Ozeanen die ersten Zellen entstanden sind.
Das zugehörige Video Nr. 5 "Was sind Ursprungstheorien?"
wird im Januar 2011 veröffentlicht.
Video 4 - Was ist Lebensentstehung?
23. Dez. 2010
Neue Rubrik "Würdigungen"
In diesem Archiv sind Nachrufe, Kurzbiographien und Würdigungen
deutscher Evolutionsbiologen zusammengestellt,
die dem Arbeitskreis nahe standen.
13. Dez. 2010
Embryonalentwicklung in neuem Licht
Schon Naturforscher des 19. Jahrhunderts wie Karl von Baer,
Charles Darwin und Ernst Haeckel hatten festgestellt,
dass sich die Embryonen verschiedener Tierarten äußerlich
erstaunlich ähneln.
Dies führte zu der Hypothese, dass die individuelle Entwicklung
eines Organismus die Stammesgeschichte widerspiegelt.
Zwei Gruppen von Wissenschaftlern, darunter Forscher am
Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Dresden
und am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön,
haben nun Parallelen zwischen individueller Entwicklung und
Stammesgeschichte erstmals auf Ebene der Genexpression gezeigt.
Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft
Originalveröffentlichungen:
Alex T. Kalinka*, Karolina M. Varga*, Dave T. Gerrard, Stephan Preibisch,
David L. Corcoran, Julia Jarrells, Uwe Ohler, Casey M. Bergman & Pavel Tomancak
(* these authors contributed equally to this work)
(2010) Gene expression divergence recapitulates the developmental
hourglass model. Nature 468: 811-814. DOI:
10.1038/nature09634.
Tomislav Domazet-Lošo & Diethard Tautz (2010)
A phylogenetically based transcriptome age index mirrors
ontogenetic divergence patterns. Nature 468: 815-818. DOI:
10.1038/nature09632.
29. Nov. 2010
Neue Artbeschreibung: Der Freiburger Bächle-Egel
Mitteilung des VBiO als pdf
27. & 28. Nov. 2010
Müller-Symposium im Biohistoricum am ZFMK
Fritz (1822-1897) und Hermann Müller (1829-1883) - Naturforschung
"für Darwin"
unter diesem Titel veranstaltet das BIOHISTORICUM in Bonn am 27. und 28.
November ein wissenschaftliches Symposium im Hörsaal des
Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig.
Das "Müller-Symposium" präsentiert unterschiedliche
und zum Teil unbekannte Seiten zweier begnadeter Naturforscher und
Frühdarwinisten des 19. Jahrhunderts.
In diesem Symposium wird die Bedeutung der Gebrüder Müller
für die biologische Forschung und besonders für die
Evolutionstheorie in ihrem ganzen Facettenreichtum herausgearbeitet.
Wissenschaftler aus Deutschland und Brasilien würdigen ihr Werk aus
den unterschiedlichsten Perspektiven.
Webseite des Veranstalters
Flyer & Programm als pdf
01. Okt. 2010
Führende Amerikanische Tageszeitung USA Today
verbreitet den Intelligent Design- Kreationismus
Wenn man regelmäßig in den USA tätig ist, gewöhnt
man sich bald an die stetigen "Anti-Darwin-Bemerkungen"
in den großen christlich-konservativen Medien, wie z. B. dem
populären Fox News Channel. In diesem "Anti-Obama-Kanal"
wurde im August von Glenn Beck behauptet, Charles Darwin (1809 - 1882)
sei der "Vater des modernen Rassismus", eine These,
die seit langem widerlegt ist. Nahezu zeitgleich wurde in der großen,
mit Fox News assoziierten Boulevard-Zeitung USA Today dargelegt,
"Intelligent Design (ID) sei der Mittelweg zwischen christlicher
Religion und der gottlosen Naturwissenschaft."
Wie der Biologie-Professor Michael Zimmermann (Butler University,
Indianapolis/Indiana) in der progressiv-liberalen Internet-Zeitung
The Huffington Post (Ausgabe vom 27. September 2010)
erläutert, ist Intelligentes Design jedoch nichts anderes als
Kreationismus, der unter dem Deckmantel der Wissenschaft daherkommt,
da es keine empirischen Befunde gibt, die diesen christlich-religiösen
Glauben belegen können.
Auch in Deutschland agieren kreationistische Organisationen, wie z. B.
die Studiengemeinschaft Wort und Wissen (SG W+W), die Zeugen Jehovas
oder ein so genanntes "Professorenforum", schon seit Jahren
unter der Tarnkappe der "ID-Theorie". Für Laien ist es schwer,
die Thesen dieser "ID-Theoretiker" als verdeckten
Kreationismus zu erkennen. So wird z. B. der Junge Erde ID-Kreationismus
in dem auch in zahlreichen christlichen Schulen eingesetzten
"Evolutionskritischen Lehrbuch" der Autoren
Dr. theol. Reinhard Junker (SG W+W) und
Prof. Siegfried Scherer (TU München/SG W+W) als wissenschaftliche
Theorie dargestellt. Eine so genannte "Grundtypen-Biologie",
die auf biblischen Wundern basiert, wird von Junker und Scherer seit 25
Jahren didaktisch geschickt als "Konkurrenz-Modell" zur
"gottlosen Evolutionstheorie" beworben.
Aus diesen Gründen haben die Evolutionsbiologen
Prof. Ulrich Kutschera (Universität Kassel/Stanford, USA),
Dipl. Biol. Lena Dörges und Dr. Stefan Schauer
(beide Universität Kassel) zwei neue Filme mit den Titeln
"
Was ist Kreationismus?" und
"
Was ist Intelligentes Design?" bei YouTube veröffentlicht.
In diesen Lehr-Videos aus dem Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie im
Deutschen Biologenverband (VBiO) werden die Thesen der ID-Kreationisten
vorgestellt und widerlegt. Weiterhin sind die kreationistischen
Propaganda-Strategien zur Unterwanderung des Biologie-Unterrichts im
Detail offen gelegt.
20. Aug. 2010
Lehr-Videos 2 (Was ist Kreationismus?) & 3
(Was ist Intelligentes Design?) zum Thema Evolution auf YouTube veröffentlicht
Der wörtlich verstandene, auf biologische Phänomene
übertragene biblische Schöpfungsglaube (Kreationismus)
breitete sich nach der Veröffentlichung von Charles Darwins
Hauptwerk (On the Origin of Species, 1859) in Europa aus
und ist noch heute in Deutschland und den USA,
wo es keinen staatlichen Religionsunterricht gibt, weit verbreitet.
In den beiden Lehr-Videos Nr. 2 und 3 werden nach Darlegung einiger
Grundbegriffe die folgenden Themen behandelt:
- Versionen des biblischen Schöpfungsglaubens: Vom flache
Erde-Kreationismus über den Amtskirchen-Kompromiss zum Konzept der
Naturalistischen Evolution;
- Kreationistische Organisationen in Deutschland;
- Die Behauptungen der Kreationisten bzw.
Intelligent Design-Vertreter und deren Widerlegung;
- Das Grundtypen-Dogma der Kreationisten R. Junker und S. Scherer
(Studiengemeinschaft Wort und Wissen):
Pseudowissenschaft unter dem Deckmantel der Biologie;
- Das Intelligent Design-Argument und dessen Widerlegung
am Beispiel der Augen- und Flagellen-Evolution;
- Propaganda-Strategien der deutschen Kreationisten
und der Missbrauch akademischer Institutionen;
- Bewertung des (Intelligent Design) Kreationismus aus der
Perspektive der Evolutionsbiologie: Glauben heißt nicht wissen!
Video 2 - Was ist Kreationismus?
Video 3 - Was ist Intelligentes Design?
29. Jul. 2010
Lehr-Video zum Thema Evolution auf YouTube veröffentlicht
Ausgehend von populären Irrtümern zum Thema Evolution,
soll dieses Video aus dem Arbeitskreis Evolutionsbiologie im VBiO
anschaulich zum Thema hinführen und
die folgenden Schwerpunkte behandeln:
- Allgemeine Definitionen des Evolutionsbegriffs;
- Populationen als Einheiten der Evolution;
- Artbildung, das Aussterben und Stammbäume;
- die Zellen-Regel und der Evolutionsbeweis;
- Evolutionsbiologie als Theoriensystem und angewandte Naturwissenschaft;
- der doppelte Beleg zur Abstammung des Schimpansen und Menschen aus
einer gemeinsamen afrikanischen Zwischenform.
Ein Motiv der Video-Serie mit dem Titel
"Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte.",
die im Herbst mit spezielleren Themen fortgesetzt wird,
ist es, den Fehlinformationen, die auf YouTube über zahlreiche
Kreationisten-Videos verbreitet werden, aktuelle Sachinformationen
entgegen zu setzen. Das Thema "Evolution" ist auf YouTube praktisch
vollständig von laienhaften Darstellungen fundamentalistischer
Christen besetzt, die über inhaltsleere, aber professionell
hergestellte Filme die Biowissenschaften als Ganzes diskreditieren.
Haupt-Zielgruppe sind interessierte Laien, Oberstufenschüler und Studienanfänger.
Das zweite Video zum Thema Kreationismus (Schwerpunkt Deutschland) wird in Kürze erscheinen.
Link zum YouTube-Video:
Video 1 - Was ist Evolution?
07. Jun. 2010
Tree of Life-Meeting in London, United Kingdom, Juli 2010
Auf einer internationalen Tagung in London werden renommierte
Evolutionsbiologen aus den USA, England, Frankreich und Deutschland
u.a. die Konsequenzen des Tree-of-Life-Projekts für die
Expanded Synthesis diskutieren, wobei der Vorsitzende des AK
den Abschlussvortrag halten wird.
Die Zusammenfassungen der Vorträge sind in der
Anlage (als pdf-Dokument)
beigefügt.
19. Apr. 2010
Darwin im Depot - Auf zu neuen Ufern
Sonderausstellung vom 24.04.2010 bis 04.12.2010 im Straßenbahndepot Jena
(Flyer als pdf)
Ausstellung im Web: darwin-im-depot.de
11. Mär. 2010
Rasche allopatrische Artbildung beim Badischen
Riesen-Regenwurm
Im zu Ende gegangenen 'Darwin-Jahr 2009' wurde der
britische Evolutionsbiologe weltweit gefeiert, aber der
Regenwurm-Forscher gleichen Namens weitgehend ignoriert.
Charles Darwin (1809-1882) begann seine
eigenständige wissenschaftliche Laufbahn aber mit
einem Aufsatz über Regenwürmer (1837) und
beendete seine Karriere nahezu 45 Jahre später mit
seinem wenig bekannten "Worm-Book" (1881). In einer
aktuellen Veröffentlichung wird die Wirkung von
Darwins letztem Buch aufgezeigt. Unter anderem
entwickelte sich die Bodenbiologie aus Darwins
Erdumschichtungs-Theorie.
In diesem Zusammenhang haben die Evolutionsbiologen
Ulrich Kutschera (Universität Kassel/Stanford, USA)
und J. Malcolm Elliott (Freshwater Biological
Association, Cumbria, UK) die unter der Leitung des
Freiburger Zoologen Günther Osche (1926-2009) in den
1980er Jahren erarbeiteten Daten zur Artbildung beim
Badischen Riesen-Regenwurm (Lumbricus badensis)
neu analysiert. Der bis 34 cm lange Lumbricus
badensis, eine neo-endemische Spezies, wurde erst
1906 entdeckt und bewohnt ein nur kleines Areal im
Südschwarzwald, Höhenlagen 300 bis 1400 Meter.
In den relativ sauren Böden fehlt der gemeine
Regenwurm, Lumbricus terrestris.
Biogeographische Studien haben gezeigt, dass der letzte
gemeinsame Vorfahre von Lumbricus badensis und der
kleineren Schwesterart Lumbricus friendi vor
weniger als 10 000 Jahren gelebt hat (Ende der letzten
Eiszeit). Infolge einer geographischen Isolation durch
den Rhein entstanden
Lumbricus-Gründerpopulationen, die im
Südschwarzwald die damals Regenwurm-freien sauren
Böden besiedelt haben. Im Verlauf von nur wenigen
tausend Jahren sind die heute geographisch und
reproduktiv isolierten Spezies Lumbricus badensis
und Lumbricus friendi entstanden. Die Frage, wie
Lumbricus badensis in so kurzer Zeit eine
derartige Körpergröße evolvieren konnte,
ist offen. Möglicherweise hatten große
Würmer einfach eine bessere Überlebenschance im
neu besiedelten Lebensraum. Der Regenwurm-Forscher
Charles Darwin hätte sich wahrscheinlich für
diese rasche allopatrische Artbildung interessiert: In
seinem Buch On the Origin of Species hat er die
Frage nach den Artbildungsmechanismen als das
"Rätsel aller Rätsel" bezeichnet, das erst
seine Nachfolger teilweise lösen konnten.
U. Kutschera & J. M. Elliott (2010) Charles Darwin's
observations on the behaviour of earthworms and the
evolutionary history of a giant endemic species from
Germany, Lumbricus badensis (Oligochaeta:
Lumbricidae). Appl Environm Soil Sci 2: 1-11.
doi:10.1155/2010/823047. (Open access
article).
7. Jan. 2010
In der Serie "Five Questions" ist zum Ende des
Darwin-Jahres 2009 ein Band zum Thema Evolution
erschienen. Wie es im Vorwort nachlesbar ist, wurden von
den Herausgebern "outstanding scholars in the field of
evolutionary biology and philosophy" zu wichtigen
allgemeinen Fragen interviewt. International anerkannte
Wissenschaftler wie P. Bateson, J.T. Bonner, D.C.
Dennett, D.J. Futuyma, D.L. Hull, U. Kutschera, M. Ruse,
D.S. Wilson u.a. liefern Einblicke in ihre Arbeits- und
Denkweise, wobei gesellschaftliche Bezüge, wie z.B.
der Kreationismus, ebenfalls thematisiert werden.
G. Oftedal et al., Eds, Evolutionary Theory: 5
Questions. Automatic Press, VIP, USA, 2009.
ZDF-Dokumentation am 25.12.2009 um 19.30 Uhr: Die Macht der
Engel